Stillprobleme

Ursachen für Stillprobleme und was Sie tun können

stillprobelme

 

 

Stillprobleme sind nichts Ungewöhnliches, vor allem am Anfang, direkt nach der Geburt. Mutter und Kind müssen sich erst aneinander gewöhnen und viele Frauen haben hier erste Anlaufschwierigkeiten. Doch meistens lassen sich diese ersten Stillprobleme mit ein paar einfachen Tipps recht schnell wieder beheben. Es gibt eine Reihe von Ursachen, die zu Stillproblemen führen:

 

 

  • Ihr Baby hat eine Verletzung am Mund und das Saugen tut ihm weh.
  • Sie haben eine neue Creme oder ein Parfüm, das Ihr Baby nicht mag.
  • Ihr Baby fühlt sich vernachlässigt und zeigt dies, indem es nicht trinkt.
  • Hatten Sie eine Brustinfektion in letzter Zeit? Das kann die Milch salzig machen. Tipp: Stillen Sie hier einfach auf der anderen Brust!
  • Das Baby hat keinen regelmäßigen Stillrhythmus.
  • Sie haben dem Baby zwischendurch Muttermilch abgepumpt und aus der Flasche gestillt – jetzt hat Ihr Baby Schwierigkeiten sich wieder auf die Brust umzustellen, was zu Stillprobelmen führt.

Das Baby verweigert das Stillen: Stillprobleme und ihre Lösung

Ein einfaches Wechseln der Stillposition hilft wirklich in den meisten Fällen. Wenn Sie unsicher sind, welche anderen Stillpositionen Sie ausprobieren können, fragen Sie eine Hebamme um Rat und lassen Sie Sich verschiedene Stilltechniken zeigen. Wichtig ist, dass Sie das Stillen nicht gleich einstellen, wenn erste Stillprobleme auftauchen. Denn gerade in den ersten Monaten nach der Geburt ist die Muttermilch sehr wichtig für Ihr Baby. Manche Babys verweigern die Brust, nicht aber die Muttermilch. Eine Lösung ist hier, die Muttermilch abzupumpen und Ihr Baby mit dem Fläschchen abzustillen, um Stillproblemen so entgegenzuwirken. Manche Babys verweigern nach etwa vier oder fünf Monaten die Brust. Zwingen Sie Ihr Baby nicht dazu, Muttermilch zu trinken, wenn es diese absolut nicht mehr will. Hier kann es einfach sein, dass es schon Zeit ist auf Babynahrung umzusteigen.

Stillprobleme: Was können Sie bei Milchstau tun?

Ein Milchstau entsteht, wenn die Mutter nicht genug Muttermilch produziert. Sie merken diese Stillprobleme meist an Schmerzen in der Brust und entzündeten Brustwarzen nach dem Stillen, da das Baby stark saugen muss, um Milch zu bekommen. Ein Milchstau beim Stillen kann durch eine Verstopfung des Milchgangs ausgelöst werden. Eine zu kalziumreiche Ernährung aber auch abgestorbene Zellen in der Brust oder zu enge BHs können der Auslöser für diese Art von Stillproblemen sein. Ein Milchstau kann auch stressbedingt sein, vor allem wenn Sie sich vor oder während des Stillens zu sehr unter Druck setzen. Dies kann den Milchfluss blockieren. Achten Sie auch darauf, dass Sie die Brust komplett entleeren, damit keine Stillprobleme durch Milchstau entstehen. Nehmen Sie Ihr Baby also nicht zu früh von der Brust und streichen Sie die Brust nach dem Stillen aus. Weitere Tipps bei Milchstau sind:

  • Beugen Sie vor: Massieren Sie täglich Ihre Brust
  • Vermeiden Sie ungesättigte Fettsäuren in Ihrer Ernährung
  • Eine warme Brust vor dem Stillen hilft (Tipp: warm Duschen, Sonnenstrahlen auf die Brust oder auch Rotlicht helfen hier)
  • Wenn Sie nach dem Stillen trotzdem noch Schmerzen verspüren, probieren Sie Quarkwickel oder kalte Umschläge zum Lindern der Schmerzen

 

Stillprobleme und die Mutter-Kind-Bindung

Stillprobleme haben auch eine psychologische Auswirkung. Beim Stillen entsteht ein sehr enger Kontakt zwischen Muter und Kind. Wenn das Baby plötzlich die Brust verweigert und es zu Stillproblemen kommt, ist die Mutter-Kind-Bindung nicht mehr da und viele Mütter fühlen sich zurückgestoßen. Doch meistens stecken wirklich nur Kleinigkeiten dahinter, die sich leicht beheben lassen. In einigen seltenen Fällen können Stillprobleme aber auch ein erster Hinweis auf Brustkrebs sein.1  Manchmal kann auch eine Verformung der Zunge des Babys für Stillprobleme sorgen.2 Das sind zwar Ausnahmen, wenn Sie aber Button zurueckmerken, dass Sie mit den üblichen Tricks die Probleme beim Stillen nicht beheben können, lassen Sie Sich und Ihr Baby vorsichtshalber untersuchen.

Im Allgemeinen sind Stillprobleme weder ungewöhnlich noch ein Grund zum Verzweifeln, meist helfen schon einfache Tricks, um die Probleme wieder zu beheben. Wenn Sie Rat suchen bei Stillproblemen, wenden Sie Sich am Besten an eine Hebamme.

 

 

 

 

 

1 Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen. Brustkrebs und Stillen. Aus: Stillzeit. Die Fachzeitschrift der AFS. Heft 2/2008, S. 13-15 Zugriff unter: http://www.afs-stillen.de/front_content.php?idart=652. Am: 16. Januar 2013.
2 Marmet, Chele et al. Neonatal Frenotomy May be Necessary to Correct Breastfeeding Problems. J Hum Lact. September 1990 vol. 6no. 3 117-121. Zugriff unter: http://jhl.sagepub.com/content/6/3/117.short. Am: 16. Januar 2013.