Verhütung in der Stillzeit

Verhütung in der Stillzeit – wie denn?

Verhuetung stillenViele Frauen glauben, dass Sie keine Verhütung in der Stillzeit brauchen, da Sie durch das Stillen den natürlichen Eisprunghemmer Prolaktin produzieren.1 Das stimmt, theoretisch ist also keine zusätzliche Verhütung während des Stillens notwendig, da auch kein Eisprung stattfindet. Theoretisch! Aber praktisch sollten folgende Voraussetzungen unbedingt gegeben sein:2

- Sie hatten seit der Geburt keine Menstruationsblutung

- Sie stillen regelmäßig, das heißt: Tag und Nacht und ausschließlich eigene Muttermilch

- Ihre Stillpausen sind nicht zu lang

- Ihr Baby ist nicht älter als 6 Monate

Sie müssen also sehr aufpassen, wenn Sie keine zusätzliche Verhütung in der Stillzeit verwenden möchten. Hat Ihr Baby etwa ein paar Tage die Brust verweigert oder Sie nachts nur einmal nicht gestillt, kann das dazu führen, dass der Prolaktinspiegel sinkt und ein Eisprung stattfindet. Es sind oft nur kleine Veränderungen im Stillrhythmus notwendig, um einen Eisprung auszulösen. Wenn Sie also auf Nummer Sicher gehen wollen, sollten Sie auf Verhütung auch in der Stillzeit nicht verzichten!

Welche Verhütung ist sinnvoll in der Stillzeit?

Wie können Sie verhüten während Sie stillen? Gibt es Einschränkungen? Welche Methoden sind sicher? Sie haben tatsächlich eine Vielzahl von Möglichkeiten, um auch in dieser Phase zu verhüten.

Verhütung in der Stillzeit: Die Stillpille

Während der Stillzeit ist das Thromboserisiko besonders hoch. Daher sollten Sie nicht mit einer Kombinationspille (Gestagen und Östrogen) verhüten, da dadurch Ihr Risiko auf eine Thrombose sehr hoch ist. Viele Frauen nutzen daher zur Verhütung während der Stillzeit eine Stillpille. Diese ist östrogenfrei und hat damit ein geringeres Thromboserisiko. Doch auch mit der Stillpille besteht ein leicht erhöhtes Thromboserisiko. Hinzu kommt, dass Sie durch die hormonelle Verhütung Ihren natürlichen Zyklus völlig durcheinander bringen können. Hormonelle Verhütungsmittel haben außerdem eine Vielzahl von Nebenwirkungen, sie können unter anderem zu depressiven Verstimmungen führen3 – ein zusätzlicher Stressfaktor, den Sie, während Sie stillen, lieber vermeiden sollten.

Verhütung in der Stillzeit: Natürliche Familienplanung

Sie können Ihren Zyklus auf der Basis von NFP in der Stillzeit beobachten und so auf natürliche Weise verhüten. Sie messen hierbei Ihre Basaltemperatur und beobachten ein zweites Fruchtbarkeitsmerkmal, wie etwa Ihren Zervixschleim. So können Sie direkt sehen, ob ein Eisprung stattgefunden hat und Sie gegebenenfalls verhüten müssen.4

Verhütung in der Stillzeit: Verhütungscomputer

Ein Zykluscomputer ist in den ersten Monaten nach der Geburt problematisch, da Ihr Eisprung noch sehr unregelmäßig ist. So hat ein Zykluscomputer wie zum Beispiel der cyclotest 2 plus keine ausreichende Datenmenge zu Ihrem Zyklus, um zuverlässige Angaben zu Ihrem Eisprung machen zu können. Wenn Sie einen Zykluscomputer nutzen, warten Sie damit bis nach der Stillzeit und nutzen Sie bis dahin die klassische symptothermale Methode (NFP).

Verhütung in der Stillzeit: Die Barrieremethode

Barrieremethoden wie Diaphragma oder Kondome sind natürlich auch als Verhütung in der Stillzeit eine Alternative. Hierbei ist es aber wichtig auf die korrekte Anwendung zu achten, da gerade bei Barrieremethoden die anwendungsbedingte Fehlerrate sehr hoch ist.

Verhütung in der Stillzeit: Kupferspirale oder Kupferkette

Wenn Sie langfristig hormonfrei verhüten wollen, sind sowohl die Kupferkette als auch die Kupferspirale eine gute Möglichkeit, um in der Stillzeit zu verhüten. Beide können problemlos nach der Geburt eingesetzt und bis zu 5 Jahren getragen werden.Button zurueck

 

 

 

 

1 World Alliance for Breastfeeding Action. LAM -The Lactational Amenorrhea Method. Zugriff unter: http://www.waba.org.my/resources/lam/index.htm. Am: 31. Januar 2013.
2 Ibid.
3 Wildermeersch, D. et al. Neue Technologie für intrauterine Verhütung und Behandlung erwachsener, nulli- und multiparer Frauen: Welches intrauterine System ist geeignet? Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2010; 4 (2) (Ausgabe für Schweiz), 38-44. Zugang unter: http://85.214.52.160/kup/pdf/9035.pdf . Am: 6. September 2012.
4 http://www.dggg.de/leitlinien/aktuelle-leitlinien/suchen-in-leitlinien/. PDF Dokument Leitlinie Empfängnisverhütung und Familienplanung. Zugang am: 30. Januar 2013.